Mit sich im Reinen sein: 4 Methoden (1 davon schlug bei mir ein wie Bombe)

Was heißt das eigentlich: Mit sich im Reinen sein?

Die 10-Sekunden-Zusammenfassung:

  • Schwächen oder Macken? So what!
  • Du kannst dich selbst ganz gut leiden
  • Du hast regelmäßig das wohlige Gefühl: Alles ist okay – mit dir und deinem Leben (auch wenn mal nicht alles okay ist)
  • Du hast aufgehört, perfekt sein oder allen gefallen zu wollen
Inhaltsverzeichnis:
  1. Wie kann man mit sich selbst im Reinen sein bzw. wie lernt man, mit sich selbst klarzukommen?
  2. Wie komme ich zu mir selbst?
  3. Der Selbstversuch: Vier Methoden, mit denen ich mir meinen Wunsch „Wie komme ich ins Reine?“ für mich zu erfüllen versuchte.
    – Affirmationen
    – Dankbarkeitstagebuch
    – positives Denken in Kombi mit Imagination
    – intuitives Schreiben mit den Elementen Humor und Fantasie
  4. Intuition als dein Navi, das dich zu deinem Ziel führt: Mit sich im Reinen sein!
  5. Fazit
Intuitives Schreiben

Es war ungefähr 1973.

Da zeigte ich allen, wie „Mit sich im Reinen sein“ geht. Denn ich war neugierig. Mit mir und der Welt (noch) im Reinen.

„Mama, warum hat Frau Müller ihren Busen auch am Bauch?“

Mama und ich waren beim Metzger. Vor uns an der Kasse Frau Müller. Mit den Augen eines Kindes konnte ich wirklich nicht erkennen, wo der Busen aufhörte und der Bauch anfing.

„Pssst“, raunte Mama mir peinlich berührt zu.
Frau Müller riss dagegen die Augen weit auf.

„Kein Benehmen, Ihre Ulrike!“, schimpfte sie.

Mama zahlte, murmelte dabei ungefähr einhundertmal ein „Entschuldigung“ vor sich hin. Das verstand ich nicht. Man wird ja wohl nachfragen dürfen, wenn man etwas wissen will.

So lernte ich schnell, dass ich nicht zu neugierig sein darf. Und bald auch, dass ich eine Million Dinge nicht laut sagen, tun oder sein durfte, wie ich wollte.

Spätestens bei der Einschulung waren mein Gehirn und ich in die verkehrte Richtung programmiert. Das Gegenteil also von mit sich im Reinen sein.

Trotz 40 Jahren Fehldiagnosen, ADHS und einer Posttraumatischen Belastungsstörung an der Backe habe ich „Mit sich im Reinen sein“ dann doch noch ganz gut hinbekommen. Allerdings erst Ü50.

So lange muss es bei dir nicht dauern.
Daher kommen hier ein paar hilfreiche Tipps.

Nicht als blanke Theorie aus dem Lehrbuch als Coach oder Therapeut.
Sondern direkt aus dem Leben – als echter „Anwender“-Härtefall.

Mit sich im Reinen sein – for free: Kleine Abkürzung für dich

Falls du neugierig geworden bist und nicht erst den ganzen Artiel lesen willst: Schreibe mir und wir machen einen Zoom-Call. Darin erkläre ich dir, wie genau ich es für mich nach so langer Zeit erreicht habe.

1. Wie kann man mit sich selbst im Reinen sein bzw. wie lernt man, mit sich selbst klarzukommen?

  1. Indem du wieder auf die Stimme deiner Intuition vertrauen lernst
  2. Indem du weniger denkst und mehr fühlst (wahrnimmst)
  3. Indem du die Sicht (deine innere Haltung) auf dich veränderst.

So einfach? In der Theorie ja. In der Praxis wären da allerdings die vielen Prägungen und Gedankenmuster, die sich nicht einfach durch Denken umprogrammieren lassen. Das Zauberwort für mit sich im Reinen sein ist Fühlen.

Ich habe ewig gebraucht, bis ich einen Weg gefunden habe, damit mir’s endlich gelingt. In diesem Artikel zeige ich ihn dir.

Ich zeige dir ebenso, was mir persönlich wiederum gar nicht weitergeholfen hat. Das waren vor allem die gängigen „Methoden“, die hunderttausendfach im Netz rauf und runter erklärt werden.

Selbstverständlich kannst du sie trotzdem ausprobieren. Denn ein pauschal gibt es dabei nicht.

Mache aber nicht denselben Fehler wie ich und denke, du wärst ein Versager, falls es nicht funktioniert – weil’s scheinbar bei allen funktioniert, nur bei dir nicht.

Jede*r darf hier den eigenen Weg! Vertrau deiner inneren Stimme.

2. Wie komme ich zu mir selbst?

Mit sich im Reinen sein bedeutet halt vor allem: Zu spüren, was gut für dich ist und was wiederum nicht. Und jede deiner großen und kleinen Entscheidungen darauf ausgelegt ist. Unabhängig davon, was andere erwarten.

Ein Träumchen, oder?
Aber schon wieder die Frage:
Wie komme ich bloß dahin?

Wenn’s ein Hardcore-Fall wie ich im hohen Alter schafft, schaffst du das auch. Das Geheimnis des Wie lüfte ich gleich noch.

Jedenfalls ging’s mir quasi beinahe mein ganzes Leben so, dass ich mich fragte, warum ich mich so verloren fühle – und wie zum Henker ich lernen kann, mich selbst zu lieben?

3. Der Selbstversuch: Vier Methoden, mit denen ich mir meinen Wunsch "Wie komme ich ins Reine?" für mich zu erfüllen versuchte.

Denken entsteht durch den Versuch des Gehirns, sich selbst verstehen zu wollen. Nun denn! Das geht ziemlich oft schief, wie wir alle schon erlebt haben. Ich eröffne dennoch die Runde der vier „Mit sich im Reinen sein Methoden“ mit dem Klassiker schlechthin:

Mit sich im Reinen sein – Selbstversuch 1:
Affirmationen
  • Das sind bejahende Worte über sich selbst oder das Leben
  • Man kann sie sich denken, laut sagen, an den Spiegel kleben. Und soll sie häufig wiederholen. Immer und immer wieder.

Für mich fühlte es sich rundweg so an, als würde ich einen Kackhaufen mit Sahne besprühen. Davon geht der auch nicht weg. Und zwar bei so ziemlich allen Affirmationen, die ich ausprobiert habe.

Das Problem:
Bei meinem verkorksten Leben (und Gehirn!) gab es keine Affirmation, die im Einklang damit stand, was ich fühlte.

Eine Studie an der kanadischen University of Waterloo kam sogar zu dem Ergebnis, dass positive Affirmationen für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl nicht nur unwirksam, sondern schädlich sein können. Also bei denjenigen, die sie am dringendsten brauchen würden. Bei diesen Persönlichkeiten verursachen Affirmationen Stress.

Okay, also nächster Versuch auf meiner Reise „Mit sich im Reinen sein“ …

Mit sich im Reinen sein – Selbstversuch 2:
Dankbarkeitstagebuch
  • Durch das Aufschreiben sollst du lernen, Dinge des Lebens mehr zu schätzen und deinen Fokus auf Positives zu legen.
  • Du kannst dabei herausfinden, was dich glücklich macht.
  • Du kannst dabei viele kleine Dinge entdecken, die gut in deinem Leben sind, du so aber nicht auf dem Schirm hattest.

Ähnliches Spiel wie bei den Affirmationen. Ich hatte das Gefühl, ich veräpple mich selbst. Innere Leere hoch drei!

Das Problem:
Ich schrieb fleißig und regelmäßig Dankbarkeitstagebuch. Fühlte dabei aber rein gar nichts. Sprich: Es ging nicht tiefer. Weder ins Herz noch an andere Stellen, wo es mir ein wohliges Gefühl verursacht hätte. Es fehlte mir quasi das Fleisch am Knochen. Das fand ich erst viel später auf andere Weise.

Weiter ging’s im Selbstversuch „Wie komme ich ins Reine?“.

Mit sich im Reinen sein – Selbstversuch 3:
positives Denken in Kombi mit Imagination
  • Das Malen von inneren Bildern, wie wir uns die Zukunft vorstellen, sollen eine große Kraft haben.
  • Innere Bilder sollen das Denken, Fühlen, Handel bestimmen. Ergo liegt es nahe, sich mit entsprechend positiven inneren Bildern zu versorgen.

Mir fiel damals zufällig eine alte CD eines weltbekannten Esoterikers in die Hände. Die Aussicht darauf, mein unfolgsames Oberstübchen auszutricksen, motivierte mich enorm. Sie befeuerte mein Vorhaben, denn er berichtete von einigen Wundern bei Menschen, die diese Technik erfolgreich anwendeten. Mir stockte der Atem. Ich imaginierte wie eine Weltmeisterin. Mit null Ergebnis. Oder besser gesagt: Ich fühlte mal wieder rein gar nichts dabei.

Das Problem:
Der Ansatz dieses Herrns wurde kritisiert, dass es ein zwanghaft positives Denken wäre. Die Menschen daher ernste Probleme einfach verdrängen, die Hände in den Schoß legen und passiv auf das Wunder warten, anstatt aktiv zu werden.

Was also tun, wenn man sich selbst verloren hat? Ja, das fragte ich mich nach diesen Selbstversuchen auch. Und ich fragte es mich viele Jahrzehnte. Dann endlich die Erleuchtung. Rein zufällig! Oder auch nicht. Man weiß ja nie, wie das Schicksal da seine Finger im Spiel hat.

Wichtig:  Dies ist kein Plädoyer gegen die genannten Methoden, sondern lediglich meine persönlichen Erfahrungen.

Vielmehr ist es ein Plädoyer, der Intuition vertrauen zu lernen, spielerisch auszuprobieren und dabei den für sich stimmigen Weg zu finden. Bei allem im Leben! Gleichgültig, ob dieser Weg der Masse folgt oder vielleicht auch mal entgegengesetzt der Herde. Das ist für mich grundlegende Basis, mit sich im Reinen sein zu können.

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Mit sich im Reinen sein – Selbstversuch 4:
Intuitives Schreiben mit den Elementen Fantasie und Humor
  • Es kann beruhigen, aber auch aktivieren, Glücksgefühle auslösen, angstgesteuerte Widerstände überwinden lassen, motivieren, psychische und psychosomatische Beschwerden lindern oder sogar verschwinden lassen.
  • Folgende Neurotransmittersysteme können unter anderem beeinflusst werden: Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin.
  • Es lässt Flow entstehen. Dieser fördert die neuronale Vernetzung zwischen Hirnbereichen.
  • Das Gehirn lernt dabei von und mit sich selbst. Das intuitive Schreiben schafft den dafür notwendigen Rahmen durch Impulse – und lässt wiederum Freiheit durch diesen Rahmen. Genau wie in der Hypnotherapie.

Es schlug bei mir ein wie Bombe. Humor und Fantasie waren dabei die ausschlaggebenden Elemente, die mir z.B. beim Dankbarkeitstagebuch gefehlt hatten. Weil ich dabei etwas fühlte. Weil ich mit meinem Gehirn spielen konnte. Und weil’s diese Spiele einfach unheimlich mag. Sogar ein traumatisiertes mit ADHS-Karussells wie meins. Studien belegen: Intuitives Schreiben wirkt sich positiv auf die (mentale) Gesundheit aus.

4. Intuition als dein Navi, dass dich zu deinem Ziel führt: Mit sich im Reinen sein!

Mit sich im Reinen sein – das waren wir irgendwann alle schon mal, wie du eingangs gelesen hast. Weil wir intuitiv handelten. Und das ist die gesündeste Form zu leben. Das musst du nicht lernen.

Was ist Intuition?
Eine von vier verhaltensbeeinflussenden Fähigkeiten des menschlichen Gehirns.

Muss man Intuition lernen?
Nein, da die Fähigkeit damit in dir steckt. Du darfst sie lediglich wiederentdecken.

Was genau macht die Intuition?
Ihr Job ist es, Millionen von Sinneseindrücken pro Sekunde zu verarbeiten. Der Verstand schafft davon nur einen mickrigen Bruchteil. Beide wirken jedoch nur im guten Zusammenspiel miteinander glänzend. Zu viel von einem oder anderen ist eher nicht so gut für uns.

Was „kann“ Intuition alles?

  • binnen Sekunden die richtige Wahl/Entscheidung treffen
  • spontane Eingebung ohne rationalen Grund
  • eine Situation interpretieren
  • plötzliche Erkenntnis im Hinblick auf einen Zusammenhang
  • komplexe Zusammenhänge begreifen
  • vor Gefahren warnen durch ein ungutes Gefühl oder eine Vorahnung
  • das Gefühl von Sicherheit und Gewissheit vermitteln

Beim regelmäßigen intuitiven Schreiben (Freewriting) stärkst du die Wahrnehmung für deine innere Stimme (Intuition). Ohne dass du bewusst etwas an dir optimieren oder lernen musst. Es geschieht nebenbei, während du eine Mords-Gaudi hast.

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5. Fazit

Mit sich im Reinen sein bzw. dorthin zu gelangen, ist ein Prozess. Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich dabei nie das Gefühl habe, schon wieder etwas an mir optimieren zu müssen. Es darf von allein passieren, während ich Spaß habe.

Bei Spaß ruft mein Gehirn laut Hurra und kann im selben Moment schon keinen Blödsinn machen.

Mit sich im Reinen sein – ich bin’s inzwischen. Trotz diverser Erkrankungen, ADHS, PTBS und einem eingeschränkten Leben, das sich überwiegend in den eigenen vier Wänden abspielt.

Häufige Fragen und Antworten zum Thema "Mit sich selbst im Reinen sein"
1. Mit sich selbst im Reinen sein Psychologie - was sagt sie dazu?

Wenn du nicht mit dir im Reinen bist, kann das verschiedene Ursachen haben. 

1. Überperfektionismus und

2. Leistungsdruck sind dabei meistens mit an Bord. Sowie

3. Unzufriedenheit, wenn wir 1. und 2. nicht zu unserer Zufriedenheit erfüllen.

Dahinter stecken also große Erwartungen an uns selbst. Manchmal einfach zu große.

Ich sehe klassische Tests eher skeptisch aus folgenden Gründen: Oft antwortet der Verstand, nicht dein tiefstes Inneres. Jedoch kommst du der Wahrheit näher, wenn du dir diese Fragen stellst, dabei den Verstand leise drehst und versuchst, die Antworten ehrlich intuitiv zu „erfühlen“:

  1. Bist du überwiegend ausgeglichen und dich bringt nichts so schnell aus der Ruhe?
  2. Kannst du über dich, deine Macken, Schwächen oder Fehler selbst lachen?
  3. Gehst du achtsam mit dir um, nimmst du deine Bedürfnisse also ernst?
  4. Akzeptierst du dich selbst, wie du bist?
  5. Blickst du optimistisch in die Zukunft?
  6. Lebst du im Jetzt, anstatt häufig der Vergangenheit nachzuhängen?

Letztlich geht’s überhaupt nicht darum, wer oder wie du bist. Sondern wie du die Dinge siehst. Es ist eine Frage der inneren Haltung.

Ich erlaube mir hier eine persönliche Sicht und Erfahrung zu teilen. Wie du gelesen hast, war ich alles andere als mit mir im Reinen. Das kann sich problematisch auf Beziehungen auswirken. Unter anderem auch deswegen, da du Menschen anziehst, die nicht gut zu dir passen. Diese Erfahrung habe ich gemacht – aber auch die gegenteilige.

Irgendwann zog ich den Richtigen an, den Seelenpartner, den Deckel auf Topf. Obwohl ich weit weg war von „im Reinen sein“. Und ich konnte erst im Zusammensein mit ihm wachsen.

Ich finde es nicht richtig, Menschen Angst zu machen:
Komm bittschön erst ins Reine, bevor du eine neue Beziehung eingehst. Das endet sonst ja in einer Katastrophe!

Solche Aussagen machen noch mehr Druck. Und der ist völlig kontraproduktiv in einem solchen Prozess.

Daher halte ich auch nichts von pauschalen Aussagen und Theorien, da sie eben nie bei allen Menschen gleichermaßen zutreffen.

„Folge deiner eigenen Intuition“ ist daher für mich der beste Rat, den man Menschen geben kann.