Ich habe gehört, dass zwischen den Geschlechtern ein Gerücht kursiert. Ihr Frauen behauptet tatsächlich, dass wir Männer nie erwachsen werden, dass wir in fortgeschrittenem Alter noch mit der Eisenbahn des Juniors spielen und immer große Lausbuben bleiben. Nun, ich bin auch ein Mann und verstehe überhaupt nicht, warum die obige Aussage so negativ besetzt ist. Es kann doch nur von Vorteil sein, wenn wir etwas jugendlichen Touch in euer Leben bringen. Die Frau an meiner Seite (= mein Frauchen) brauchte nicht lange, bis sie diesen Wesenszug an mir zu schätzen wusste. Denn in dieser Hinsicht ist es immer verdammt lustig mit mir. Frauchen muss kein Comedy-Programm im TV mehr schauen, sondern nur den Gartenschlauch anstellen.

 

Danach geht es los: Der Spezial-Comedy-Auftritt von Rutti Brown, the Clown

Ich bin – nebenbei bemerkt – nicht nur ein männlicher Lausbub, sondern auch ein Hund mit ungefähr tausend Namen. Die hat sich fast alle Frauchen ausgedacht, worüber ich sehr dankbar bin. Schließlich gebührt einem »Künstler« wie mir, dass er mit entsprechenden Künstlernamen ausgestattet wird.

Vorhang auf für Rutti Brown, den Clown. Mit artistischem Geschick und komödiantischem Beiwerk versuche ich, den Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch zu fangen. Nur ein durchtrainierter Body wie meiner ist in der Lage, dies in punkto Kraft und Kondition so vorzuführen, dass es für die Zuschauer auch längere Zeit unterhaltsam ist. Mein Künstlerprogramm ist erst dann beendet, wenn mein Bauch kugelrund mit Wasser gefüllt ist und die Anwesenden Beifall klatschen.

Für Frauchen gibt es zum Thema Wasser und Comedy ein spezielles Schmankerl. Nur für sie allein. Rutti Brown, the Clown, kann das Wasser auch anders fangen. In unmittelbarer Nähe von Frauchen. Sie sagt, ich darf sie hier outen, obwohl es echt doof ist und sogar von Mario Barth in seiner Comedy-Show auf die Schippe genommen wird. Ab und an wäscht sie sich über den Badewannenrand gebeugt die Haare. Mir geht es da wie Mario, ich verstehe nicht, warum die Frau nicht einfach duscht, sondern untenrum angezogen ist, obenrum fast nackig und sich die Haare wäscht. Was ist denn mit dem Rest, der gewaschen werden muss? Na ja, ich mische mich da nicht ein, ist ein Phänomen von euch Frauen. Jedenfalls denke ich, dass ihr dabei Unterhaltung gefallen würde.

Daher kommt in solchen Momenten der Comedy-Auftritt »Wasser – Teil 2« zum Einsatz:

Ich stelle mich direkt Fuß an Fuß neben Frauchen, hänge meinen Kopf in die Wanne (muss doch mal testen, wie sich das anfühlt). Leider gibt es bei mir das geringfügige Problem, dass ich ziemlich lange Ohren habe (fast noch länger als Frauchens Haare), die werden bei der Aktion immer zuerst nass. Mit betörenden Schlabbergeräuschen schlabbere ich das köstliche Nass, das aus der Brause sprudelt. Manchmal schlabbere ich auch das Wasser, das aus Frauchens Haaren tropft. In letztem Fall versucht sie sofort, das zu verhindern. Sie befürchtet, mit Shampoo vermischtes Wasser könnte mir schaden. Aus diesen Gründen entsteht regelmäßig ein Kampf der Giganten: Rutti Brown, the Clown, gegen am Haupthaar nasses Frauchen. Wenn sie gewinnen will, muss sie sich anstrengen. Danach ist sie auch immer ganz fertig, muss erst mal nach Luft japsen, wenn sie wieder in Normalzustand kommt, ihr Kopf also in der Senkrechten ist. Na, wie fandest du die Clown-Unterhaltung beim Haarewaschen, Frauchen?

Apropos »Schlabber«:

Wir alle in unserer Familie wissen, was Anstand ist und wo man welche Etikette à la Knigge einzuhalten hat. Daher pflegen wir selbstverständlich gewisse Sitten, die sich für jeden anständigen Menschen und Hund gehören. Nach dem Trinken wischt man sich ordentlich das Mündlein ab. Mein Mündlein ist eine Hundeschnauze, wie sie im Buche steht: mit ordentlich weiten, schlabbernden Lefzen, in die man vermutlich eine halbe Wildsau quer reinschieben könnte. Was von Mutter Natur sehr gut durchdacht war, als sie meine Gene anlegte. Schließlich zähle ich zu den Jagdhunden. Ein halbes Wildschwein ist das Mindeste, was größenmäßig zwischen die Lefzen passen muss.

So gesehen haben derartig ausgeprägte Lefzen eine wichtige Funktion. Beim Trinken aus der Wasserschüssel allerdings verursachen sie bei Frauchen leichte bis mittelschwere Krampfanfälle. Genetisch bedingt fließen nach dem Trinken wasserfallähnliche Bäche aus diesen heraus, was sich auf dem Fußboden quer durch die Wohnung widerspiegelt. Deswegen hat der Hund von heute eine Serviette neben der Wasserschüssel liegen. Ich bin umweltfreundlich eingestellt, daher verzichte ich auf Wegwerf-Einmalservietten – meine Serviette ist ein Handtuch. Was den Vorteil hat, dass genug saugkräftiger Stoff vorhanden ist, der die Massen an Wasser auffangen kann.

Kommen wir nun vom Wasser aber zurück zu meinen Künstlernamen. Die solltet ihr unbedingt kennen. Damit ihr – falls ihr je mal einen der Namen hört – sofort wisst, dass ich damit gemeint bin.

 

Ruttel Brown, der Schwarm aller Frau’n – George Clooney kann einpacken

Wenn ich in Erscheinung trete, erstarrt das weibliche Volk in Ehrfurcht, es werden regelrechte Entzückungsschreie ausgestoßen.

 

Rudi, der Gleiter

Nein, ich bin kein Gleitschirmflieger. Ich bin Sofa-Herabgleiter. Man kann dies nicht als »einfaches Aufstehen vom Sofa« bezeichnen. Sondern ich habe diesen Vorgang perfektioniert. Einfach nur aufstehen, das macht ja wohl jeder Hund. Rudi, der Gleiter, gleitet superelegant herunter – das Patent ist bereits angemeldet.

 

Rudi, der Gucker

Wenn ich mich nicht gerade mit Wasser beschäftige, gehe ich einem anderen Hobby nach. Ich gucke. Auf spezielle Art, denn ich suche jede kleinste Ritze, jeden feinen Spalt im Haus, durch den ich nach draußen gucken kann. Ich muss dazu erläutern, dass bei uns vor den Fenstern der Schmetterlings-Insider-Treffpunkt zu sein scheint. Jeder Schmetterling der Umgebung fliegt zu uns. Bestimmt deswegen, weil ich diese Viecher sooooooo liebe. Ich spiele mit denen ganz toll – wobei mir oben beschriebene Lefzen zugutekommen. Mein liebstes Spiel heißt nämlich »Schmetterlinge fangen«. Andere benötigen dafür umständlich ein Netz. Ich brauche dafür nur eins: meine ausgeklügelte Technik und meine Lefzen. Beides bringt mir große Erfolge beim Spielen ein. Ich gewinne immer. Frauchen wollte neulich mitspielen, wunderte sich über meine dicken Backen, befahl mir, den Mund aufzumachen, um dann zu erleben, wie mein Spielpartner frisch und fröhlich herausgeflogen kommt.

 

Rutti Tiedemann

In Andenken eines nahen Verwandten meines Herrchens wurde mir dieser Name zugesprochen. Was er dieser Person damit gedenken will, hat er mir noch nicht verraten.

 

Ruttibert – Rudelbert – Bröderchen – Fruindchen

Die Namen stammen von Frauchens Sohn, also meinem Bruder. Daran merkt man deutlich, dass ich im hohen Norden wohnhaft bin. Da reden sie irgendwie komisch – noch komischer als im wilden Süden.

Ich würde sehr gerne noch mehr erzählen, aber ich höre aus dem Bad gerade Geräusche. Und zwar solche, die vermuten lassen, dass Frauchen Haare waschen will. Da kann ich sie keinesfalls allein lassen. Daher sag ich mal tschüss – schnell zu Frauchen und los geht’s mit dem Rutti Brown, the Clown-Comedy-Haarwasch-Programm.

 

Weitere Hundegeschichten dieser Art findest du in meinem gleichnamigen eBook:

 

Du möchtest der Welt auch deine Geschichte erzählen? Ich schreib sie auf.  Maile mir und wir besprechen deine Wünsche und die Möglichkeiten: mail@ulrikeparthen.de

 

 

 

 

 

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