Modernes Märchen: Schatzi, nur die inneren Werte zählen!

Modernes Märchen: Schatzi, nur die inneren Werte zählen!

Meinen ersten Freund hatte ich mit 15. Heute bin ich 50. Dazwischen liegt mein Leben und die Lebensweisheit, dass nur die inneren Werte auch nicht glücklich machen.

Ich lerne Mister x kennen. Ich finde ihn recht nett, aber schrecklich unerotisch. Wir treffen uns einige Male und ich fühle mich in seiner Nähe sauwohl. Hm, ob das wohl Liebe ist? Tagelang grüble ich, wie sich die große Liebe anfühlen mag. So wie die letzten beiden Beziehungen wohl eher nicht. Vielleicht also wie jetzt? Da mir die Sache irgendwann zu blöd wird, entscheide ich per Kopf: Ich bin jetzt verliebt und basta!

Es muss Liebe sein, also halte gefälligst die Klappe, du innere Stimme. Die flüstert immer noch, dass sie das männliche Wesen an meiner Seite unerotisch findet. Pah, wie oberflächlich. „Lass mich in Ruhe“, rufe ich der inneren Stimme zu.

Man kann sich ja viel einreden, irgendwann aber fliegt der Schwindel auf. Nach einigen Jahren muss das auch ich einsehen, trenne mich und träume weiter von der großen Liebe.

Lesen hilft!

Wenn ich Herzschmerz hatte, las ich viel. Vor allem über diese Sache mit dem Seelenpartner, bei dem einfach alles stimmt. Äußeres, Inneres und mit null Komplikationen. Bitte, liebes Leben, jetzt keine Umwege mehr, ich werde langsam alt und würde die große Liebe gern noch vor dem Rentenalter finden. Alles andere machen meine Nerven echt nicht mehr mit.

Mit Ende vierzig scheint die Zeit dafür reif zu sein. Mit einem dreifachen Salto vorwärts, rückwärts, seitwärts. Whammmm! Keine Fragen mehr offen. Er ist es! Und zwar genauso, wie es in meinen Büchern stand: „Eine solche Begegnung kann man nicht erklären, man fühlt es – mit Paukenschlag und Trompeten.“  

Es ist, als ob sich seine Seele wortlos zu meiner gesellt. Dafür brauchte es keine 5 Sekunden. Ein solcher Seelenmensch ist dein bester Freund und es herrscht so viel Harmonie, dass dir das manchmal fast unheimlich ist.

Noch viel schwindliger wird dir von seiner äußeren Anziehungskraft. Außerdem gibt es Emotionen satt. Na, das hätte mir das Leben aber auch schon etwas früher spendieren können – ohne diese Umwege.

Hier kannst du lesen, auf welche verrückte Weise ich meine große Liebe das erste Mal getroffen habe: Ein Tag im Februar. Arschkalt. Direkt am Ortsschild.“

Liebe und die inneren Werte


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