Wenn mal wieder wer meint, Bücherschreiben wäre keine ernstzunehmende Arbeit

„Das ist doch ein echt brotloser Job. Kunst halt. Du willst mir jetzt nicht erzählen, dass du davon leben kannst?“

Irgendwie haben die Menschen ein komisches Bild. Und mit meiner Antwort verpasse ich ihnen den Schock des Lebens, denn ich sagen dann einfach nur „Doch!“

„Wie jetzt … doch?“, haken sie nach.

„Ich kann davon leben“, sage ich.

Verstörte Blicke. Nächstes Argument wird aus dem Ärmel geschüttelt.

„Du sagtest, du schreibst auch so komische Romane für andere? Dieses Ghostwriting gehört verboten. Das ist voll unmöglich, dass sich jemand mit fremden Federn schmückt.“

Ich atme dreimal tief durch. Atmen hilft immer.

„Die meisten meiner Kunden gehen offen damit um, dass ich geschrieben habe. Nix fremde Federn also“, erkläre ich lächelnd.

Warum auch immer, ist das Gespräch danach meist beendet.

Diese Autoren und vor allem die Ghostwriter sind in den Augen anderer Exoten. Dabei bin ich dermaßen stinklangweilig normal, dass sich die Balken biegen – außer, wenn ich meine Leggings am Bund oben einmal nach unten umklappe, weil ich den dämlichen Gummizug partout nicht in der Region Bauchnabel brauchen kann. Das finde ich dann doch ziemlich exotisch. Was meinst du?