Dienstagmorgen 5.28 Uhr. Wie immer sitze ich in aller Herrgottsfrühe am Rechner. Zum Warmlaufen checke ich meist meine Mails, bevor ich mich in die kreative Arbeit stürze. Die Synapsen dürfen sich dabei schon mal warmlaufen. Eine Xing-Nachricht ist eingetrudelt. Ja, du hast richtig gelesen, ich mische mit in diesem scheinbar schnarchnasig-langweiligen Xing, über das alle schimpfen. Ich vor einiger Monaten übrigens auch, und das sogar wie ein Rohrspatz.

Die Nachricht stellt sich als Anfrage heraus – die zweite diese Woche, dabei hat die ja erst angefangen.

So viel zu schnarchnasig. Wie gut, dass ich hier meinem Instinkt gefolgt bin, der mir hartnäckig einflüsterte: „Hey Uli, lange genug abstinent gewesen in Xing. Werde wieder aktiv.“

Zuerst dachte ich: „Grmpf, was hat sich dieser Instinkt denn dabei gedacht? Ich finde Xing seit zwei Jahren doof und basta.“ Dabei ertappte ich mich dabei, dass der Kopf (wieder mal) versuchte irgendwelche Argumente contra Xing hervorzukramen. Das macht er ständig so, denn er braucht nonstop Beachtung. Bei mir und bei dir. Sehr oft fallen wir darauf herein. Verstärkt wird der Reinfall durch die vielen Angebote, die überall auf Socialmedia aufploppen. Aktuell ist der LinkedIn-Hype brandaktuell. Alle bejubeln das Portal und reichen gleich mal verschiedene Master-Kurse, Tipps und Geschäftsmodelle dazu hinterher.

Als ich anfing, Xing vor ca. zwei Jahren doof zu finden, bin ich meinem einstigen Hauptkanal rotzfrech mit LinkedIn fremdgegangen. So sieht’s aus. War zu der Zeit die absolut richtige Entscheidung – Stichwort Instinkt. Klappte auf LinkedIn ganz gut und tut es auch heute noch.

 

Honigbrot oder Müsli?

Magst du lieber Honigbrot oder Müsli zum Frühstück? Ich mag beides. Daher frühstücke ich sehr früh zuerst ein Honigbrot und drei, vier Stunden später als zweites Frühstück ein Müsli. Komischerweise funktionert das andersrum gar nicht. Ganz früh kriege ich einfach kein Müsli runter. Mein Instinkt (und Körper) will ein Honigbrot.

Einmal habe ich es trotzdem umgekehrt probiert. Oh je, mir wurde vielleicht übel. Nur ein Beispiel, das zeigt, wohin mich die Wege führen, wenn ich nicht auf mein Inneres höre. Daher versuche ich diese Zeichen so gut es geht wahrzunehmen. Ein großer Segen, denn ich erspare mir damit eine Menge Umwege. Manchmal lenkt mich mein Verstand dennoch rotzfrech davon ab und ich falle darauf rein. Tut im Verlauf meistens weh, mehr oder weniger – finanziell, zwischenmenschlich, zeitlich oder anderweitig.

 

Zurück zu Xing …

Instinkt hat vor einigen Wochen gewonnen, also bin ich dort wieder aktiv. Maximal eine Stunde die Woche, auf die Tage hin schön regelmäßig verteilt. Ich mache also fast nix. Gut so, denn ich habe keine Lust, stundenlang ständig auf den Socialkanälen präsent sein zu müssen. Mit wenig Aufwand viel erreichen. Das war schon immer mein Motto bei meinem Marketingmaßnahmen.

Wie jeder weiß: Kaum Interaktion auf Xing. Kaum Kommentare oder Likes. Fast tote Hose (könnte man meinen). Da ich auch auf LinkedIn eher spärliche Reichweiten aufweisen kann und dennoch ständig Anfragen und Aufträge bekomme, beunruhigt mich das keinen Meter. Ich mache weiter.

Nach ein paar Wochen ist der Schneeball ins Rollen gekommen. Und zwar dergestalt, dass ich mich an manchen Tagen jetzt schon mucksmäuschenstill verhalte. Damit ja nicht noch mehr Anfragen reinkommen, da ich erst mal die vorhandenen Aufträge abarbeiten muss.

 

Nudelpfanne mit Champignons, Rucola und Frischkäse ist übrigens auch lecker

Okay, nicht gerade zum Frühstück. Aber mittags oder abends, hmmm. Könnte ich ständig essen. Heißt: Außer den Marketing-Hypes, die fortwährend auf Socialmedia als „Das brauchst du unbedingt!“ angepriesen werden, gibt es noch ganz andere Möglichkeiten. Die sind teils so simpel, dass ich es mich kaum auszusprechen wage.

 

Seit ich mit Brandcoach Udo Böhr meine Marke neu entwickelt bzw. angepasst habe, erlebe ich das hautnah. Ich muss „nur“ noch irgendwo digital auftauchen und die Menschen kommen dann schon von alleine auf mich zu – Kunden wie auch geniale Kooperationen. Fast schon gespenstisch. Dem würde Udo sicher sofort vehement widersprechen. Denn eine gute Marke funktioniert einfach, wie ich von ihm lernen durfte.

Die Sache mit ihm war übrigens auch so ein Instinkt-Ding. Ich kannte ihn schon eine Weile. Meine Marke anpassen? Keine Sekunde habe ich darüber je nachgedacht. Ich hatte eher ein anderes (kleines) Problemchen. Urplötzlich, und das ist jetzt kein Witz, denn das kam wirklich von einer Sekunde auf die andere, hatte ich das Gefühl: Udo kann helfen.

Wenn man nun einen Brandcoach bucht, könnte man ja schon mal auf den Gedanken kommen, dass irgendwas mit der Marke in Gang kommen würde. Zu Anfang habe ich selbst das nicht geblickt. Es ging ja „nur“ um dieses Problem, nix Marke. Dass genau die mein Problem lösen würde und unverhofft sogar mein Leben ändern, tja, irgendwann schnackelte es auch bei mir. Ziemlich genau in den ersten zehn Minuten unserer Zusammenarbeit.

 

Anderes Beispiel: die verhasste Kaltakquise

Ja, selbst die kann funktionieren. Habe ich vor einigen Jahren mit Kunstexperte Albert Maier aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ so gemacht. Eine lustige, fast schon freche Karte hingeschickt. Eine Woche später angerufen, zwei Wochen später saß er schon auf meinem Sofa. Auch hier bin ich spontan meinem Instinkt gefolgt. Also machte ich einfach mal, ohne zu überlegen, ob Kaltakquise jetzt mein Ding ist oder nicht.

Ergo:

Es gibt keine Pauschallösungen und Hypes sind sowieso so eine Sache. Was bei Lieschen Müller funktioniert, funktioniert bei Hugo Maier meistens nicht. Weil jede Maßnahme ganz unterschiedliche Kenntnisse, Charakterstärken, Strategien in fein abgestimmter Kombination braucht. Können die wenigsten Laien so lückenlos aufweisen. Fehlt nur ein kleiner Baustein dessen, fällt das Kartenhaus schon zusammen. Daher haben manche damit Erfolg. Sehr viele andere wiederum nicht.

Vielleicht dann doch lieber wieder die Dinge auf ihre geniale Einfachheit herunterbrechen und seinem Instinkt folgen. Was nicht bedeutet, dass der Kopf ganz außen vor ist. Die passenden Schritte clever zu gehen, dafür braucht es dann schon ein bisschen Grips – außerdem Kreativität, Strategie und klare Entscheidungen.

 

 

 

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