Das innere Team und ich: Warum crazy Selbstgespräche heilen

Das innere Team und ich: Warum crazy Selbstgespräche heilen

Mein inneres Team und ich reden oft miteinander. Sehr lustig, wenn ich mal wieder mit „Miss Doc“ verhandle oder „Herrn Blödmann“ des Raumes verweise. Wirkt besser als jede Medizin und hilft beim Gesundwerden entscheidend.

Als ich noch nicht wusste, dass es dieses „Team“ gibt, war ich mir quasi selbst schonungslos ausgeliefert. Alle inneren Anteile wollten mein Bestes und machten blindlings, was sie für richtig hielten. Wie das endet, wenn du deren Tun nicht verstehen kannst und sie fortwährend ignorierst, sieht man ja an mir: Ich wurde sehr krank – von Ärzten und Therapeuten irgendwann als “der ist nicht mehr zu helfen“ abgestempelt. Diesen Stempel wollte ich so nicht mehr auf mir sitzen lassen und beschloss: Ich heile mich jetzt selbst. Unter anderem dadurch, dass ich verstehen lerne, was mir mein inneres Team sagen will.

Lustige Selbstgespräche

Die Gespräche laufen gedanklich ab. Ist auch besser so. Man könnte mich glatt für verrückt halten, wenn ich laut durch die Gegend rufen „Hey Blödmann, was willst du denn schon wieder hier. Mach die Biege, du Idiot!“ Oder wenn Miss Doc, mein aktivstes Teammitglied von allen, nonverbal in Symptomen mit mir spricht und ich ihr aus der Nase ziehen muss, was sie mir eigentlich sagen will – endet in inneren Dialogen, an denen man lieber keine Außenstehenden teilhaben lässt. Sie sind einfach zu crazy, aber eben auch crazy wirksam.

Lies beispielsweise HIER, wie ich damit fette Ohrenschmerzen in den Griff bekommen habe. Zack, und weg waren sie.

Das klappt leider nicht bei allen Symptomen so zack. So mancher Auslöser hinter einem Symptom ist zäh, jahrzehntelang erprobt und damit hartnäckig. Miss Doc zeigt sich enorm penetrant und ist die rigoroseste Aufpasserin der Welt. Nur ein kleines Stück vom Weg abgekommen und wumms … zeigt sie mir die rote Karte mit dem nächsten Körpersymptom. Puh, da kann man schon mal durcheinander kommen und fragt sich: Hä? Was bedeutet das jetzt wieder? Also nix wie mit der Madame einen inneren Spontandialog einberufen versuchen und ihr dabei verständlichen Input zu entlocken. Geht so:

Als Kreative hat man’s einfacher in der Team-Kommunikation

Berufsbedingt bin ich es gewohnt, in Bildern zu denken. Außerdem hat mich der liebe Gott mit Phantasie von hier bis zum Mond gesegnet. Im Falle meiner Selbstgespräche supi, denn die Herrschaften setzen sich ja nicht einfach so zu mir an den Tisch und erzählen drauflos. Meine kreative Begabung hilft mir bei der Sache.

Meine meist gestellte Frage an Miss Doc zu Anfang unseres Dialogs: „Was willst du mir mit Symptom xy sagen?“ Und dann gehen die Probleme auch schon los. Als ungeübter Selbstgespräche-Führer wirst du an der Stelle bereits gnadenlos verarscht.

Das innere Team - Selbstheilung und Gesundheit

Der Saboteur: Herr Blödmann (innerer Kritiker)

Definition des inneren Kritikers:Der innere Kritiker ist der Teil deiner Persönlichkeit, der den Fokus immer auf deinen Schwächen und Fehlern hat. Er beobachtet alles, was du tust und verurteilt dich. Er ist die Stimme in dir, die dir z. B. sagt, dass du schon wieder etwas falsch gemacht hast, dass du schlecht, hässlich, böse, unfähig oder dumm bist.”*

Quelle: http://www.stille-wasser-in-kassel.de/stille-wasser/materialien/der-innere-kritiker.html

Wenn ich an Miss Doc oder ein anderes Teammitglied Fragen stelle, können verschiedene Dinge passieren:

  1. Ich kriege keinerlei Antworten – in dem Fall vertage ich das Meeting
  2. Ich kriege die falschen Antworten (von Mister Blödmann)
  3. Ich kriege die richtigen Antworten (direkt aus dem Unterbewusstsein)

Die Kunst besteht also darin, überhaupt Antworten in Form einzelner Wörter, Sätze oder Bilder zu erhalten und die richtigen von den falschen zu unterscheiden. Mit etwas Übung gelingt das.

Lustiges Frage- und Antwortspiel

Diese Übersetzungsprozedur dauert eine Weile. Geht wie folgt: Ich kriege ein einzelnes Wort oder Bild geliefert, das noch keinen wirklichen Sinn macht. Also frage ich weiter, hangele mich so lange durch, bis viele einzelne Antwort-Puzzlesteine endlich ein Gesamtbild ergeben: „Aha, kapiert!“ Als Teamchefin und Dolmetscherin des Ganzen hat man es eben nicht leicht.

Weiter geht’s mit Runde zwei. Ich klopfe bei Miss Doc zaghaft an, welchen Deal wir denn nun aushandeln können. Bedeutet so viel wie: Symptom eintauschen gegen praktische Lösung des Problems. Meist freut sie sich wie Bolle, wenn ich überhaupt schon mal den Symptom-Wink von ihr verstehe – nach drei Jahrzehnten völliger Begriffsstutzigkeit. Ihre Antwort auf die abschließende Frage „Wie lösen wir das Problem nun?“ kommt bei ihr daher immer ganz schnell. Keine Frage, dass ich alles haarklein umsetze, wie sie es vorschlägt.

Die Beweisführung

Wie bei allen professionellen Dialogen im Rahmen von Team-Meetings bin ich außer Chefdolmetscherin auch Schriftführerin. Ich notiere Ergebnis plus Lösung regelmäßig. Kleine Beweisführung gegen Herrn Blödmann, der ja ständig dazwischenfunkt. Unter anderem auch damit, dass ich morgen schon wieder vergessen habe, was ich heute mit Miss Doc ausbaldowerte. Tja, ausgetrickst, den fiesen Boykotteur. Danach verduftet er beleidigt, jedoch leider nie längerfristig – ein hartnäckiger Hund. Mehr zu diesem Gesellen kannst du HIER lesen.

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