Den „Dauernörgler“ enttarnt (ätsch, innerer Kritiker!)

Den „Dauernörgler“ enttarnt (ätsch, innerer Kritiker!)

Er kritisiert, nörgelt, hat ständig was an mir auszusetzen. Er klebt penetrant an mir. Gestatten: Herr Blödmann, fachsprachlich innerer Kritiker genannt. Glücklicherweise habe ich ihn inzwischen enttarnt und schlage ihm regelmäßig ein Schnippchen.

Wirklich kreativ ist er ja nicht, der Blödmann. Kommt ständig mit den gleichen ollen Kamellen daher: „Das darfst du nicht“, „du sollst“, „du musst“, „das macht man doch nicht“, „das kriegst du eh nicht hin“ usw. Früher dachte ich tatsächlich, er hat mit allem Recht, zu 100 %. Wobei das so nicht ganz stimmt, denn da wusste ich von seiner Existenz ja noch nichts. Und so saß er unangefochten drei Jahrzehnte auf seinem Thron, rieb sich freudig die Hände und machte mir das Leben zur Hölle.

Womit schikaniere ich meine Untertanin heute?

Kurz gefasst umschreibt das sein eng gestecktes Aufgabengebiet, dem er nonstop nachzukommen versucht. Wirklichen Nutzen auf dieser Welt hat er also nicht, dafür führt er seine Aufgabe umso penetranter aus. Wie ich feststellen konnte, habe ich den Blödmann-Jackpot gezogen, denn der meine zeigt sich extrem ausgeprägt. Nicht jeder Blödmann ist so gestrickt – den meines Mannes Rüdi beispielsweise kann man sogar als waschechte Lusche bezeichnen. Ist eher ein fauler Geselle oder aber er hat längst bemerkt, dass er gegen meinen Rüdi sowieso keine Chance hat.

Und warum weiß die Schulmedizin von diesem Burschen nix?

In den ersten 20 Jahren meiner Krankheitsodyssee habe ich fünf psychosomatische Kliniken verschlissen, mindestens tausend Stunden mit Dutzenden Therapeuten besprochen, warum ich mit fünf Jahren dieses Eis nicht bekommen habe. Andere Wichtigkeiten meiner Kindheit natürlich auch. Vom Blödmann erzählte mir keiner was. Im Gegenteil, man stempelte mich als Versagerin ab, die ja gar nicht gesund werden will. Gefundenes Fressen für den inneren Kritiker.

Jetzt mal Tacheles, du Blödmann

Wenn er mal wieder daherkommt mit den ollen Kamellen, lache ich ihn nur noch aus. „Haha, dir fällt wohl nichts Neues ein, was?“ Oder: „Wenn du wenigstens mal Sinnvolles zur Lösungsfindung anbringen würdest. Aber ne, dazu biste zu doof.“ Oder: „Rede doch, was du willst. Meine Ohren sind auf Durchzug. Da rein, da raus. Wenn du fertig bist, mach bitte das Licht aus, ich geh jetzt.“

Stille!

Na, geht doch. Wenn ich mich dann noch fortwährend mit meinen Zielen beschäftige, die in einer bildhaften Story in allen emotionalen Facetten ausmale, dreht er völlig am Rad. Ich kann ihn regelrecht fluchen hören. Auch lauter Musik lauschen oder ein paar spontane Kniebeugen schlagen ihn in die Flucht.

Hallo Selbstwertgefühl

Ah, da bist du ja – schön, dich kennen zu lernen. Und nebenbei gesagt: Du bist mir sowieso viel lieber als Herr Blödmann. Die beiden sind übrigens spinnefeind miteinander. Wo er verweilt, hält sie sich nicht ganz so gerne auf – umgekehrt natürlich auch. Also ran an den Blödmann und sich nicht alles von dem gefallen lassen!

Innerer Kritiker: Gesundheit und Heilung mit einem starken Selbstbewusstsein

4 Kommentare zu „Den „Dauernörgler“ enttarnt (ätsch, innerer Kritiker!)“

  1. Mitreißend, liebe Uli, meinen Herrn Blödmann habe ich umfunktioniert in einen Drachen, den schicke ich, wenn er zu heißes Feuer speit, regelmäßig in sein Lieblingsdrachenleckerland, dort darf er sich austoben und meinem Schmetterlingsfräulein “Sonnen-Selbst-Liebe” Platz machen. Ja, das fühlt sich gut an.

  2. Ich bin begeistert von deinen Berichten. Und noch mehr freue ich mich, dass es dir nach so einer langen Zeit gelungen ist einen wirksamen Weg zu finden. 👍🏼

    1. Danke Bernd – schön, dass du gerne mit liest. Und irgendwann müssen wir zwei uns auch endlich mal persönlich kennenlernen;-)

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