Es plätschert monoton vor sich hin. Ich döse mit offenen Augen.

Einmal hab ich’s in echt erlebt sowie mehrere Male online. Und auch schon als kurze Berichterstattung im TV. Und es passierte immer dasselbe: Es langweilte mich quasi fast in den Schlaf.

Nun bin ich mit meinem ADHS-Kopf ja besonders gestrickt. Wenn mich was langweilt, reagiert er sofort mit Totalausfall. Jegliche weiteren Wörter ziehen dann ins rechte Ohr rein und unverarbeitet aus dem linken wieder raus.

Ich spreche grade übrigens von Lesungen. Die langweilen ihn mehr als alles andere. Komischer Kopf, da er ja auf dem Hals einer Autorin sitzt. Nun gut!

Vor vielen Jahren, als meine gesundheitliche Verfassung ein kurzes Zwischenhoch hatte, lud ich ein paar Mal auch zu einer Lesung ein. Und ich schwor mir: GANZ BESTIMMT NICHT SO WIE BEI FRAU SOWIESO!

 

4 Gründe, warum eine Lesung ermüdend wirkt:

👉 Laut vorgelesen wirken Passagen völlig anders als sie still selbst zu lesen.

👉 Die vorgelesenen Inhalte sind aus dem dramaturgischen Gesamt-Zusammenhang gerissen.

👉 Autoren mögen begnadete Schreiber sein, aber viele lesen zu schnell, zu langsam, zu eintönig oder im umgekehrten Fall völlig übertrieben vor.

👉 Die vorgelesenen Passagen sind viel zu lange und enthalten keine Interaktion mit dem Publikum.

 

Deswegen machte ich’s anders. Packte ein bissle Comedy mit ins Programm. Las nur Mini-Passagen vor, kommentierte diese selbst wie beim Improvisationstheater, band die Leser mit ein und nahm dreimal als Joker einen Hund mit. Ja, Fussel war der Hit der Veranstaltung.

Hund muss jetzt nicht unbedingt sein. Das Hundebeispiel soll nur zeigen, dass es auch anders geht. Also immer schön an die mitreißende Darbietung und Dramaturgie denken, wenn du dein Publikum nicht zum Schnarchen bringen willst. Gilt auch für Vorträge und Reden.