Die Zuckermonster und ich (Sieger = ich!)

Die Zuckermonster und ich (Sieger = ich!)

Kein Tag ohne Schoki. Ohne geht irgendwie nicht. Das will ich ändern und starte einen Selbstversuch. Findet mein Körper anfangs nicht lustig und rebelliert. Aber nur kurz. Dann ist die Zuckersucht Geschichte, juhu!

Diesen berühmten Nuss-Nougat-Aufstrich kennste? Der ist besonders fies. Meine normale Ration: ein Glas in 3 Tagen. Ne, nicht aufs Brot, sondern nebenbei mal so niedergelöffelt. Jede Stunde wie ferngesteuert ran ans Glas und rein den Löffel. Für andere Frauen der Figurschock. Mit der hatte ich noch nie Probleme, daher kann ich ja auch schon immer futtern, was und wann ich will. Ohne Rücksicht auf Verluste. Armer Körper, der musste dadurch ganz schön was aushalten.

Elegante Notbremse

Wenn die Figur schon nicht bremst, haut halt der Körper irgendwann aufs Bremspedal. Fühlt sich an, wie eine Vollbremsung mit 180. Aua! Ich lande beim Arzt. Wie immer sind meine Blutwerte furchtbar super. Eigentlich ein Grund zur Freude. Wenn’s dir aber trotzdem total beschissen geht, hilft das nicht weiter. Na gut, dann vielleicht doch mal bissi auf Ernährung achten? Da mein Körper samt Stoffwechsel und kompliziertem Hormonsystem jetzt aber richtig sauer ist, stellt er sich grundsätzlich gegen alles quer. Okay, dann gehen wir’s halt langsam an. Damit ist er einigermaßen einverstanden, nicht ohne seinen Unmut zwischendurch durch heftiges Unwohlsein zu äußern. Wenn schon beleidigt, dann richtig.

Das Glas muss weg (und anderes auch!)

Nix mehr Nuss-Nougat-Creme löffeln. Das halbvolle Glas fliegt in den Müll und beim Einkaufen mache ich einen großen Bogen um das verlockende Angebot aus der Nuss-Nougat-Creme-Zentrale. Alles aus Weizen – fliegt auch raus. Es gibt ja schließlich Roggen und Dinkel. Ist für mich kein großes Ding, für meinen Körper Grund zur Freude. „Wenn sie nur mal endlich die Schoki weglassen würde!“, mosert er dennoch.

Was er jetzt bloß wieder hat. Hey, ich bin auf hartem Nuss-Nougat-Creme-Entzug. Ein bisschen Schoki wird da wohl noch erlaubt sein. „Ein bisschen?“, lacht er und rollt dabei mit den Augen.

10 Jahre später – wir sind im heute angekommen

Große Fortschritte, wie ich finde. Jeden Tag Gemüse, Salat, selbst gemachtes Müsli mit frischem Obst und allerlei gesundem Zeug drin, nur noch Käse, keine Wurst und wenig Fleisch. Dafür ganz viele Kohlehydrate in Form von Brot, Nudeln und so. Schön alles aus Dinkel und Roggen. Ohne Kohlehydrate komm ich echt auf Turkey. Wir könnten also langsam Freunde werden, mein Körper und ich. Er will aber nicht so recht: „Dein Verhältnis Schoki zum Rest ist einfach immer noch to much“, motzt er weiter an mir herum.

„Du hast ja Recht“, stimme ich kleinlaut zu. Diese vielen Kohlehydrate alle 3-4 Stunden und noch zwischendurch Zucker in Form von Schoki, vielleicht echt ein bissel viel. Und da ich auf „gesunde“ Kohlehydrate nicht verzichten kann, muss halt die Schoki weichen. Tschüss, auf nimmer Wiedersehen (schön wärs!).

Tausend Versuche später

Schoki weglassen – schon tausendmal vorgenommen, nie geschafft. So muss es Frauen gehen, die eine Diät ins Auge fassen und doch nie anpacken. Sehr frustrierend, wenn dieses Zuckermonster dir den Chefsessel streitig macht und das Kommando übernimmt.

An Tag X ist alles anders. Es macht klick, ich nehme mir’s mal wieder vor. Mit dem Unterschied, dass ich schon vorher weiß, dass ich das dieses Mal durchziehe. „Rüdi, ich esse keine Schokolade mehr“, teile ich freudig meinem Allerliebsten mit. Er schaut mich nur an, und fragt: „Welche Globuli hast du genommen, Uli? Alles ok?“ Männer! Ich lasse es darauf beruhen und gehe mein Projekt an. Nur noch einmal schlafen, dann geht’s los.

Tag 1 ohne Schoki: der reinste Horror. Diese Gelüste danach, arrrgh. Viel schlimmer: abends rebelliert mein Stoffwechsel oder die Hormone oder beides. Jedenfalls fühlt sich das an wie eine Überdosis Serotonin-Ausschüttung. Krass! Kleines Panikattäckchen kündigt sich an und meine Hände zittern so, dass mir schier das Käsebrot aus der Hand fliegt, von dem ich gerade abbeißen will. Ich klopfe eine Runde (Klopfakupressur) und siehe da, nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei. Na, geht doch!

Tag 2 ohne Schoki: Meine Cashewkerne werden meine besten Freunde. Sie müssen herhalten, wo sonst Schoki angesagt war. Ansonsten keine weiteren Zwischenfälle, außer diese Gelüste halt – und einen perplex dreinschauenden Ehegatten, als er mir eine Schoki anbieten will und ich mit den Worten antworte: „Nein danke, ich esse keine Schokolade mehr.“

Tag 7 ohne Schoki: Ich habe glatt vergessen, was Schoki ist. Unser Schokischrank ist voll von dem Zeug, ohne dass mich das im geringsten juckt.

Tag 31 ohne Schoki: Die Zuckermonster sind endgültig ausgezogen. Die ersten 3 Tage waren körperlich gesehen, uiui, heftig – ich total auf Entzug, alles durcheinander. Danach ging’s fast schon zu einfach. Hätte ich das mal früher gewusst.

Ergo: Auf die bewusste Entscheidung kommt’s an (okay, und natürlich auf die Willenskraft). Ist beides bombig stark, lehrt das sogar den Zuckermonstern das Fürchten.

Die Zuckermonster und ich (Sieger = ich!)

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.