„Boh Uli”, klingt es aus meinem Bildschirm. Udo und ich zoomen mal wieder. Dabei ist er teils am Verzweifeln und ich ehrlich gesagt auch!

Die blinden Flecken sind schuld. Bezüglich meines Personal Brandings bin ich schrecklich von ihnen befallen – sogar blind wie ein Regenwurm bin ich. Gut, dass Udo auf alles freie Sicht hat. Und als erfahrener Markenentwickler weiß er, wie er ein solches Problem höchst einfach lösen kann: Lass blinde Menschen einfach fühlen, was sie nicht sehen können. Darin ist er sogar weltmeisterlich gut. Ich fühle ständig etwas bei unserem gemeinsamen Personal Branding-Prozess. Wenngleich manchmal auch ein Wechselbad der Gefühle.

Udos Strategie dabei:

Wenn was so richtig scheiße ist, sagt er das direkt so. Ohne Schnörkel oder Drumherum. Zack und raus damit. Sehr effektiv und zeitsparend, tut meinem Herzlein natürlich erst mal kurz weh. Wer will schon irgendetwas an sich haben, das scheiße ist? Das bedröppelte Gefühl ist jedoch selten von langer Dauer, da Udo insgesamt ein sehr großes Herz hat, das auch noch am rechten Fleck sitzt. Außerdem habe ich ihn ja extra dafür gebucht, dass er genau das zu mir sagt.

Jedenfalls werde ich in so einem Augenblick ganz still. Ein seltener Moment in meinem Leben. Die Ruhephase ist wichtig für meine Synapsen, die ausreichend Raum brauchen, um sich neu zu verknüpfen. Scheinbar sind sie recht fit dahingehend, dauert nie lange.

Danach folgt eine sensationelle Erkenntnis meinerseits. Die teile ich Udo mit. Der schickt ein Stoßgebet gen Himmel mit dem Aufschrei: „Sie hat’s kapiert. Schreib auf: Uli soundso“. Ich haue in meine Tasten und befülle mein „Auf keinen Fall mehr vergessen-Dokument“ hoch motiviert. Nur so zur Sicherheit, falls meine Synapsen wieder in die falsche Richtung rennen sollten, was diese Halunken zu Anfang auch rotzfrech probieren. Aber nicht mit Udo! Er fängt die alle sofort wieder ein.

Die Aha-Effekte bedingen in Kurzform Folgendes:

  • Logo muss ganz dringend weg
  • Name „Wortgerecht“ muss weg und damit auch meine URL
  • Das Türkis als Farbe muss weg
  • Die Texte auf Web müssen weg
  • Die Fotos müssen weg

Daran ist leicht zu erkennen, dass im Prinzip alles weg und gegen Neues getauscht werden sollte.

 

Das Gute am Fühlen einer solchen Erkenntnis ist: Du machst das, ohne mit der Wimper zu zucken.

 

Auch wenn du weißt, was das für Konsequenzen nach sich zieht. Allein die Sache mit der URL: Ranking futsch, ca. 100 Backlinks futsch, Technik-Großchaos, für das ich volle drei Arbeitstage brauche, um es zumindest im Ansatz wieder auf einigermaßen aktuellen Stand zu bringen. Wie gut, dass ich die besten Technikjungs weit und breit an meiner Seite habe. Ohne Bernard und sein Team der Werbeagentur Sitzler wäre ich da echt aufgeschmissen. Ein Anruf genüg, ich erkläre mein Anliegen, das ihm logisch erscheint. Keine 36 Stunden später ist meine URL plattgemacht und durch eine neue ersetzt – inklusive Mail- und Domain-Umleitungen.

 

Nächster Zoom-Call mit Udo steht an

Mit dem Bildertausch ist er (fast) einverstanden. Ein paar kleine Feinjustierungen hier und da. Nur mit meinen neu kreierten Texten, da kriege ich noch mehrmals ein „Boh Uli“ zu hören, bis wir bei einem „Die sind jetzt richtig gut“ ankommen können. Was für ein Freudenfest!

Dem Grund für dieses Geschehen kommen wir schnell auf die Schliche:

Ich, die 12 Jahre als Werbetexterin in der Welt des Marketings unterwegs war. Okay, vor einem Jahr die neue Positionierung angegangen, weil ich mich in der Welt des Werbetextens und der Werbung überhaupt nicht mehr wohl fühlte. Ich wollte nur noch das tun, was ich sowieso am besten kann und zudem für mich Sinnerfüllung 100 % bedeutet: unterhaltsamen Geschichten über Menschen schreiben – deren Erfahrungen, Anekdoten, Erinnerungen usw festhalten. Ende 2019 mit der lieben Claudia Heipertz alles noch mal feingetunt. So weit so gut.

 

Ich dachte stolz, „Och, wie mutig bin ich doch, sage der Werbetexter-Welt adieu und positioniere mich jetzt in einer Nische ganz neu!“ Von wegen mutig …

 

Eher wie ein Häschen, das ängstlich um die Ecke schaut, drei Meter über die Wiesen in fremde Gefilde rennt und dann hurtig wieder zum vertrauten Bau zurückhuscht.

Erkenntnis: Jetzt mal raus da, liebe Uli. Denn genau darum geht es in dem Prozess, den Udo und ich gerade durchlaufen. Wie er das schafft, kann ich nicht sagen. Jedenfalls macht er mich mutig und ich renne völlig bedenkenlos und ohne mich noch mal groß umzuschauen einfach los.

Momentan stecken wie noch mittendrin im Prozess. Sieht bis jetzt richtig gut aus. Nur das neue Logo, das ist eine eher schwere Geburt, die mich reichlich Nerven kostet. Ich wäre sehr dankbar, wenn wir dann mal in die Presswehen übergehen könnten und das Ding endlich zur Welt kommen darf. Wegen meiner Nerven und auch, damit das olle Türkis von meinen Onlineauftritten weichen kann und dort endlich wieder ein Logo zu finden ist. Momentan nämlich gähnende Leere allseits.

Es bleibt spannend …

 

Du möchtest der Welt deine Geschichte erzählen? Ich schreib sie auf.  Maile mir und wir besprechen deine Wünsche und die Möglichkeiten: mail@ulrikeparthen.de

 

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